Im ersten Halbfinalkampf um die Deutsche Ringermannschaftsmeisterschaft schienen sich alle Ringergötter gegen den amtierenden Meister KSV Köllerbach gewandt zu haben. Denn bereits im Vorfeld bekamen die KSV-Verantwortlichen die unangenehme Nachricht, dass Radoslaw Marcinkiewicz von seinem Nationaltrainer Marek Garmulewicz ( Ex-KSV Ringer) keine Freigabe für das Wochenende erhalten würde, da in Polen die nationalen Titelkämpfe stattfinden würden. So konnte man zwar Garbiel Seregelyi auf seine angestammte Gewichtsklasse ( 84 kg ) abtrainieren lassen, musste jedoch infolge dessen die 96 kg Freistilklasse unbesetzt lassen, da Georgi Sredkov wegen seiner Schulterverletzung immer noch nicht einsatzfähig war.
Hoffnung keimte bei Ringern, Trainern und den über 300 mitgereisten Fans ( vielen Dank für die tolle Unterstützung ) auf, als Vladimir Togusov den deutschen Nationalmannschaftsringer Marcel Ewald klar im Griff hatte und souverän mit 3:0 Runden und 6:0 technischen Wertungen besiegen konnte.
Im Schwergewichtskampf gab es dann die erste von insgesamt 8 Niederlagen, da Yannick Szczepaniak gegen den 5-fachen Vizeweltmeister Mihaly Deak-Bardos aus Ungarn mit 3:0 Runden das Nachsehen hatte.
Ein weiterer Schlüsselkampf ging dann in der 60 kg gr./röm. Klasse verloren. Denn Venelin Venkov hatte die Möglichkeit, nach 1:2 Rückstand, in Runde 4 den völlig ausgepumten Oleg Boikov in die Bodenlage zu schicken, wählte aber diese für sich selbst, was sich als fataler Fehler herausstellen sollte. Er wurde, zum Entsetzen der KSV-Anhänger, von Boikov mit letzter Verzweiflung gedreht und verlor somit mit 1:3 Runden.
Da die 96 kg Klasse, wie schon erwähnt, auf Köllerbacher Seite unbesetzt blieb, bekam Johannes Kessel 4 Mannschaftspunkte geschenkt.
Somit stand es nach 4 Kämpfen bereits 10:4 für die Nordbadener und die Halle kochte...
Zum dritten Mal in dieser Saison traf Ismail Redzhep auf seinen " Angstgegner " Gergoe Woeller. Auch diesmal hatte Ismo keine Chance gegen den körperlich kompakten Ungarn und verlor glatt mit 0:3 Runden und 0:7 Punkten. Somit ging man mit einem 9 Punkterückstand, mit 4:13, in die Pause. Da musste man schon auf ein kleines Wunder in den nächsten 5 Kämpfen hoffen, dies blieb aber leider aus....
Den einzigen Sieg im zweiten Kampfabschnitt verbuchte Vorzeigeathlet Jan Fischer gegen seinen ewigen Nationalmannschaftskontrahenten Rene Zimmermann mit 3:0 Runden. Noch ein Mal sprang ein kleiner Hoffnungsfunke auf Mannschaft und Fans über. Doch dieser erlosch schnell, als Sylwester Charzewski, noch immer nicht in Vollbesitz seiner Kräfte ( Innenbandabriss ), gegen Ionut Panait mit 1:3 Runden und 1:10 Punkten unterging.
Auch Gabriel Seregelyi brachte nichts Zählbares gegen den cleveren Mattenfuchs Arpad Ritter zustande. Er verlor klar mit 0:3 Runden und 3:7 Punkten. Das Desaster nahm seinen Lauf....
In dem mit Spannung erwarteten Duell der beiden Spitzenringer Andrej Stadnik und Andrej Shyyka konnte der Weingartner Kämpfer sich für die Vorrundenniederlage revanchieren. Shyyka schien nach dem Konditionslehrgang des deutschen Ringerbundes ausgepumt und es gelang ihm nicht, seine sonst so gefürchtete Schnelligkeit auszuspielen. Weitere 3 Punkte auf das Weingartner Punktekonto und das Aus für alle Hoffnungen des KSV auf Ergebniskosmetik!
Denn im letzten Kampf des Abends trafen wieder einmal die alten Haudegen Adam Juretzko und Kosta Schneider aufeinander. Das 5-Runden Duell entschied der Nordbadener mit 3:2 für sich und das Endergebnis lautete somit 25 : 10 für den SV !
Mit 9 Ringern ist es nicht möglich, in einem Halbfinalkampf auch nur annähernd zu bestehen. Wenn dann auch noch alle Schlüsselkämpfe verloren gehen, kommt es zu einer derart hohen Niederlage. Die Gründe dafür müssen jetzt analysiert werden, denn durch das Fehlen des Polen Radoslaw Marcinkiewicz schien das KSV-Team sichtlich geschockt und konnte seine Normalform nicht abrufen. Lediglich die Auftritte von Togusov und Fischer waren eines deutschen Meisters würdig. Für den Rückkampf am kommenden Samstag ist die Ausgangslage mehr als ungünstig. Es bleibt jedoch ein kleiner Hoffnungsschimmer auf ein " Wunder von Köllerbach ", denn im Sport ist alles möglich und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt! Sollte es nicht zum Finaleinzug kommen, hat der KSV dennoch sein gestecktes Saisonziel, das Halbfinale, erreicht und die Ringer haben in der laufenden Saison in vielen Kämpfen ihre Fans begeistert. Unterstützt unser Jungs am Samstag, sie werden alles geben!
I & W Bauer