Das von allen Fans erhoffte " Wunder von Köllerbach " ist im gestrigen Halbfinalrückkampf gegen die Germanen aus Weingarten leider ausgeblieben. Der KSV verlor erneut gegen das Nordbadener Team mit 17:20.
In der 55 kg gr./röm. Klasse rang unser Nachwuchsmann Marc-Antonio von Tugginer ohne das nötige Quäntchen Glück und musste eine deutliche Niederlage ( 0:4 ) gegen den Deutschen Vizemeister Lukas Höglmeier einstecken.
Dimitar Kumchev schien in der ersten Runde noch nicht ganz hellwach zu sein und gab gegen den 20 kg leichteren Deutschen Vizemeister Johannes Kessel unnötige Punkte am Mattenrand ab, konnte jedoch die Runde kurz vor Schluss noch mit 4:3 gewinnen. In Runde 2 gelang es Mitko dann bei einer Führung von 1:0 sein Gegenüber nach 3:35 min zu schultern. Ausgleich 4:4 !
Das Highlight des Abends war erneut das Aufeinandertreffen der beiden Freistilasse Vladimir Togusov und Marcel Ewald. In einem spannenden 4-Rundenmatch behielt erneut unser "Zauberer" gegen den 17 Jahre jüngeren Vizeeuropameister 2007 mit 3:1 Runden die Oberhand. Freistilringen vom Feinsten für die ca. 1150 Zuschauer.
In einem engen Kampf auf Augenhöhe hatte Marek Szustek gegen Ivan Nemeth nach 5 Runden mit 2:3 das Nachsehen. Hierbei schien Marek in Runde 5 konditionell nicht mehr mit dem 23 jährigen Welt- und Europameister Junioren 2008 mithalten zu können.
Nach Sylwester Charzewskis Niederlage der letzten Woche hoffte man auf eine Revanche des Polen gegen Ionut Panait. Sylwester hatte jedoch auch auf heimischer Matte erneut keine Chance gegen den immer nach vorne drängenden Rumänen und verlor gegen den Vizeeuropameister 2008 mit 0:3 Runden. Pausenstand ernüchternd, 7:11.
Als dann nach der Pause auch noch Gabriel Seregelyi in der 84kg Freistilklasse gegen Konstantin Völk kein Land sah und glatt in 3 Runden verlor, war klar, dass das erhoffte Wunder ausbleiben würde und die Germanen erstmals in ihrer Vereinsgeschichte ins Finale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft einziehen würden.
Die erwartete Niederlage Ismail Redzheps gegen Gergö Wöller sollte dann auch eintreffen. Ismo konnte sich gegenüber letzter Woche etwas steigern, verlor jedoch mit 1:3 Runden. Hier zeigte sich Wöllers Cleverness, da er immer Sekunden vor Rundenschluss eine entscheidende Wertung erzielen konnte.
Jan Fischer gewann dann erneut in gewohnter Manier gegen Rene Zimmermann. Nach zwei im Zwiegriff gewonnenen Runden gelang Jan dann in Runde drei ein Dreher, sodass drei Mannschaftspunkte auf das Köllerbacher Konto verbucht werden konnten.
Der vom vielen Gewichtmachen und den 16 Kämpfen in der abgelaufenen Runde gezeichnete Kapitän Kosta Schneider verlor auch diesmal auf eigener Matte gegen Dauerrivalen Adam Juretzko mit 1:3 Runden.
Einen versöhnlichen Abschluss bot Andrej Shyyka in der 74 kg Freistilklasse im Kampf gegen den Rumänen Laslo Szabolcs. Andrej zermürbte seinen Gegner in unnachahmlicher Manier in 3 Runden mit 6:1 Punkten und somit kam es zum ersten Auswärtssieg für Weingarten in Köllerbach überhaupt. Mit 17:20 mussten sich die KSV-Athleten geschlagen geben und verpassten so den vierten Finaleinzug in Folge.
Durch die Neugliederung der ersten Bundesliga mit 10 Vereinen in den Staffeln Ost- West kam es zu 18 Kämpfen in der Hauptrunde, plus jeweils 2 Kämpfen im Viertel- und Halbfinale. Dies stellte für einige KSV-Ringer eine enorme Belastung dar, denn der überschaubare Kader ließ den Trainern selten Spielraum, seine Topathleten zu schonen. So musste man im Halbfinale feststellen, dass es nicht mehr möglich war, Topleistungen abzurufen. Konnte man in der Hauptrunde die Germanen aus Weingarten noch zweimal besiegen, gelang dies in den beiden Halbfinalkämpfen leider nicht mehr, da Weingarten mit seinem top besetzten Kader viel mehr Variationsmöglichkeiten blieben und die einzelnen Athleten nicht so viele Kämpfe "in den Knochen stecken hatten". Ein weiterer Grund des Scheiterns war die nicht erteilte Freigabe des polnischen Verbandes für Radoslaw Marcinkiewicz. Dennoch darf man dem SV Germania Weingarten zur ersten Finalteilnahme ihrer Vereinsgeschichte gratulieren und für das Finale gegen den KSV Aalen spannende und faire Kämpfe wünschen. Abschließend ein großes Dankeschön an den gesamten Vorstand, sowie die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, ohne deren Unterstützung die erste Bundesliga in dieser Form nicht durchführbar wäre. Bleibt zu hoffen, dass es den Verantwortlichen gelingt, für die nächste Saison wieder ein schlagkräftiges Team zusammenzustellen, um erneut ein Wörtchen bei der Titelvergabe mitreden zu können!
I & W Bauer